MIMESIS Munich Doctoral Program for Literature and the Arts
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Annalisa Fischer

Annalisa Fischer, M.A.

Doctoral Student

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Geschwister-Scholl-Platz 1, 80539 München

Room: M311
Phone: +49 (0)89 2180-3088

Thesis Title

Inspirierte Prosa. Erzählte Musen in der Literatur des 19. Jahrhunderts.

Abstract

Mein Dissertationsprojekt stützt sich auf die Annahme, dass der antike Mythos der Muse als poetologisches Prinzip in die Literatur des 19. Jahrhunderts Einzug hält. Gleichwohl ist er hierbei signifikanten Verschiebungen unterworfen. Das Verhältnis von Dichter und Muse, von Inspiriertem und Inspirierendem, wird in den Text transponiert; die Muse wird zur textinternen Instanz, die das Werk von innen heraus prägt. Somit stellt sie eine paradoxe Figur vor: Sie ist und ist doch nicht Teil des Textes, bringt ihn hervor und bleibt doch ein Teil des Hervorgebrachten.
Während Musen und Lyrik von jeher miteinander verknüpft scheinen, findet die Muse im 19. Jahrhundert bemerkenswerterweise Eingang in Prosaerzählungen und Romane. In diesem Genre treffen nunmehr Kreation durch Nachahmung und Poiesis qua göttlicher Eingebung aufeinander. Der Künstler der Moderne sucht nach einer Legitimation seines Schaffens jenseits der Prosa der Wirklichkeit. Die so in den Text versetzte antike Figur der Muse wird transformiert, um sich den Bedingungen des Erzählens anzunähern und die Möglichkeit der Inspiration auch im Zeitalter der Säkularisierung und des Realismus zu erproben. Wie diese Transformation des antiken Mythos in der Moderne sich genau beschreiben lässt, gilt es besonders im Hinblick auf moderne Vorstellungen von Kunstproduktion und deren ästhetische Implikationen zu untersuchen. Die Arbeit stützt sich dabei vornehmlich auf deutsche wie französische Literatur.